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Dr. Crass beantwortet Ihre Fragen

FAQ Parodontitis

Das Tückische an der Erkrankung ist, dass sie von vielen Patienten nicht gleich erkannt wird, sondern sich oft schleichend entwickelt. Erste Anzeichen sind häufiges Zahnfleischbluten beim Putzen. Ein schlechter Geschmack im Mund und Mundgeruch sind mögliche Symptome, aber kein eindeutiger Nachweis. Die beste Methode festzustellen, ob bei Ihnen eine Parodontitis oder ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung vorliegt, sind daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Nein, der Begriff Parodontose wird jedoch fälschlicherweise landläufig für die entzündliche Erkrankung Parodontitis benutzt.

Bei der Parodontose bildet sich der Zahnhalteapparat zurück, ohne dass eine Entzündung stattgefunden hat. In manchen Fällen kann zu heftiges „Schrubben“ beim Zähneputzen die Ursache sein. Häufig sind allerdings keine vorbeugenden Maßnahmen möglich. Denn dieser Zahnfleischrückgang kann genetisch bedingt sein, eine altersbedingte Ursache haben oder auf Grund von Zähneknirschen auftreten. Mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und speziellen Behandlungen bei uns können wir das Fortschreiten aber zumindest eindämmen.

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, bei der das gesamte Haltesystem eines Zahnes bis zum Kieferknochen betroffen ist. Aufgrund der Entzündung bilden sich das Zahnfleisch und der Knochen zurück. Einzelne oder mehrere Zähne sind dann gefährdet und können im Einzelfall sogar ausfallen.

Einer Parodontitis geht in der Regel eine oberflächliche Zahnfleischentzündung (Gingivitis) voraus. Auslöser sind bakterielle Beläge, die auch für Karies verantwortlich sind. Hier helfen regelmäßige Untersuchungen bei uns, bei denen wir den Zustand Ihres Gebisses prüfen und abgestimmte Behandlungen durchführen.

Die Parodontitis ist eine chronische Krankheit und kann deshalb nicht vollständig geheilt werden. Allerdings kann sie durch eine erfolgreiche Therapie aufgehalten werden. Sie selbst können viel zu einem positiven Behandlungsverlauf beitragen, denn Ihre eigene Mund- und Zahnpflege spielen eine entscheidende Rolle. Weitere Faktoren, wie die frühzeitige Erkennung der Parodontitis und das Einleiten notwendiger Therapiemaßnahmen, sind für eine Verbesserung des Krankheitsbildes sehr wichtig.

Mundspüllösungen alleine können eine Parodontitis nicht verhindern. Entscheidend für die Gesundheit des Zahnfleisches ist die regelmäßige Entfernung der bakteriellen Beläge auch in den schwer zugänglichen Nischen. Mundwasser kann nur unterstützend wirken.

Besonders Spüllösungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin müssen als Medikament betrachtet werden, das nur gezielt zum Beispiel nach Operationen oder in besonders akuten Fällen von Parodontitis nach Anweisung des Zahnarztes eingesetzt werden sollte. Eine regelmäßige Anwendung kann die Mundflora verändern, sodass die körpereigene Abwehr herabgesetzt wird.

In etwa 90 von 100 Fällen liegt die Ursache für die sogenannte Halitosis im Mundraum. In nur etwa 8 Prozent finden sich die Ursachen im Bereich der Atemwege und des Rachens. In seltenen Fällen ist der Magen schuld.

Mundgeruch entsteht, wenn Bakterien aus der Mundflora organisches Material zersetzen. Das Ergebnis sind flüchtige, übelriechende Schwefelverbindungen. Zungenbelag, Zahnfleischentzündung und Entzündungen des Zahnhalteapparates mit Bildung bakteriell besiedelter Zahnfleischtaschen sind die häufigsten Ursachen. Ein alleiniger Auslöser kommt selten vor. Zahlreiche zusätzliche Faktoren wie z. B. Mundtrockenheit, Stress, Rauchen, die Einnahme bestimmter Medikamente können das Geruchsproblem verstärken.

Das Lutschen von Pfefferminzbonbons oder die Anwendung von Mundspüllösungen überdecken nur das Problem. Weiterhelfen kann ein Termin in der Zahnarztpraxis.

Schlechte Blutzuckerwerte beeinflussen die Mundgesundheit negativ und stehen in engem Zusammenhang mit Entzündungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates. Ständig erhöhte Blutzuckerwerte haben negative Auswirkungen auf die Blutgefäße (Angiopathien) sowie auf die Reparaturmechanismen des Immunsystems und somit auf die Selbstheilungsfähigkeit von Geweben.

Umgekehrt hat eine durch Plaquebakterien verursachte Entzündung negative Auswirkungen auf den Diabetes. Die Einstellung der Blutzuckerwerte wird erschwert. Nur eine eingehende zahnärztliche Untersuchung kann Aufschluss über eine mögliche Parodontitiserkrankung geben. Zahnarzt und Diabetologe können dann aufeinander abgestimmte Vorbeuge- und Therapiekonzepte entwickeln um beide Erkrankungen einzudämmen und Folgerisiken zu vermindern.

Eine zunehmende Lockerung der Zähne kann unterschiedliche Ursachen haben. An erster Stelle ist die Parodontitis zu nennen, die zu einer Zerstörung des den Zahn umgebenden Knochens führt. Dies kann dann die Lockerung und möglicherweise sogar den Verlust des Zahnes bewirken.

Auch wenn eine Parodontitiserkrankung behandelt wurde, ist eine regelmäßige Prophylaxebehandlung durch den Zahnarzt unerlässlich, um ein erneutes Auftreten möglichst zu verhindern oder bei stark erhöhtem Parodontitisrisiko schon frühzeitig zu erkennen.

Die Zahnlockerung kann aber auch andere Ursachen haben. Fehlstellungen der Zähne, die vom Patienten zunächst oft nicht wahrgenommen werden, können vielfältige Folgeerkrankungen hervorrufen. Die Fehlbelastung führt rasch zur Abnutzung der Zähne und kann die Lockerung begünstigen. Dies gilt besonders wenn das Fundament der Zähne bereits durch eine Parodontitis geschädigt ist.

Auch geringfügige Zahnfehlstellungen verursachen bereits häufig sogenannte funktionelle Erkrankungen des Kausystems. Das Zähneknirschen wird verstärkt, neben der Schädigung der Zähne treten verschiedene Beschwerden, die sich zum Beispiel durch chronische Schmerzen im Gesicht oder im gesamten Kopfbereich, Verspannungen der Kaumuskulatur oder durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Knacken im Kiefergelenk, in Ohrgeräuschen usw. äußern können. Nicht zuletzt haben Fehlfunktionen des Kausystems Auswirkungen auf die gesamte Wirbelsäule.

Wenn Beschwerden im Bereich des Kausystems oder der Wirbelsäule bestehen, sollte in jedem Fall eine eingehende zahnärztliche Untersuchung erfolgen. Die Auslöser der Funktionserkrankung können durch Eingliederung einer Knirscherschiene bzw. Bissführungsscheine sowie durch eine Vermessung der Kiefergelenksfunktionen meist schnell ermittelt und dann gezielt behandelt werden.

Da bei der Parodontitis regelmäßig bestimmte Bakterienarten beteiligt sind, ist eine Übertragung durchaus möglich. Untersuchungen haben gezeigt, dass Partner häufig ein vergleichbares Keimspektrum in der Mundhöhle aufweisen. Deshalb sollte sich auch der Partner untersuchen lassen, auch wenn eine Parodontitis bislang nicht ausgebrochen ist. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie eine Parodontitisbehandlung überstanden haben, um einer möglichen Neuinfektion vorzubeugen.